Gastbeitrag: Hier spricht Hagen/4

Wahre und mahnende Worte!

Gastbeitrag: Hier spricht Hagen/4.

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Der LJV und die 1000 Hörner

Ich habe gerade die Webseite vom LJV auf und schaue was es dort so Neues gibt.

Unter der Rubrik „Aktuelles“ steht als erstes „Landesjagdverband ruft zur Sachlichkeit auf“.

„Dortmund, 21.9.2012. Angesichts der aktuellen Diskussion über mögliche jagdrechtliche Änderungen in NRW bekräftigt der Landesjagdverband NRW seinen Willen zu sachlichen Gesprächen. Er fordert gleichzeitig alle anderen Beteiligten und jene, die sich gerne beteiligen würden, zur Sachlichkeit auf.“

Genau so wünsche ich mir eine Diskussion über ein Thema das mit der Aufzählung der Fakten beginnen sollte.

Leider sind die Gesprächspartner nicht wirklich Menschen die sich gerne mit Fakten beschäftigen. Zumindest nicht mit solchen die unverfälscht sind.

„Konkret richtet sich dieser Appell an den Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und den Naturschutzbund Deutschland (NABU). Beide hatten in aktuellen Meldungen diesen Pfad der Sachlichkeit verlassen.

So wird ein BUND-Sprecher in einer aktuellen dpa-Meldung mit den Worten zitiert: „Jäger töten in NRW jährlich 50 000 Füchse zwecks Tollwutbekämpfung, dabei ist die Tollwut durch den Einsatz von Impfködern längst ausgeschaltet worden.“ Diese Darstellung ist falsch. Natürlich wird dem Fuchs auch zur Seuchenprävention nachgestellt. Die Bejagung von Fuchs, Steinmarder, Iltis, Waschbär und anderen Beutegreifern gilt aber auch als aktiver Natur- und Artenschutz vor allem für Bodenbrüter. Dies wurde auch auf einem LJV-Symposium im Jahr 2011 in Arnsberg von international renommierten Wildbiologen und Naturschutzpraktikern bekräftigt. Selbst der NABU betreibt auf einigen der von ihm betreuten Naturschutzgebiete aktiv die Fallenjagd auf Fuchs, Marder und Co.“

Wenn Sie, liebe Leser, einen Menschen vor sich hätten der behauptet das Sie gerne töten, würden Sie sich doch auch nicht mit ihm unterhalten wollen! Oder? Denn Menschen die solch eine Behauptung aufstellen sind in meinen Augen ehr diejenigen die etwas zu kompensieren haben. Leider sind gerade diese Menschen nicht in der Lage über ihren selbstbeschränkten Horizont zu schauen. Sie haben sich eine Meinung gebildet und lassen sich auch durch Fakten davon nicht abbringen. Sie sind schlicht Faktenresistent. Und mit genau solchen Menschen haben wir es bei der Diskussion über das Jagdrecht (und auch über das Waffenrecht) zu tun.

„Der BUND entfernt sich bereits seit einiger Zeit immer weiter aus dem Kreis ernstzunehmender Sachverständiger, wenn es um Jagd und Jäger geht. In der WDR-Fernsehsendung „Westpol“ am 2. September hatte der BUND-Sprecher behauptet, 93 Prozent aller Wildtiere würden von Jägern aus „purer Lust am Töten“ gestreckt. „Das ist eine tatsachenfreie Behauptung und der bewusste Versuch, Jagd und Jäger zu diskriminieren“, so der Landesjagdverband.

Wenige Tage später sorgte der BUND mit der Behauptung, dass die Jagd Schäden in Land- und Forstwirtschaft fördert anstatt sie zu reduzieren, für Erstaunen in Expertenkreisen. Denn die Behauptung steht im Widerspruch zu allen praktischen und wissenschaftlichen Erkenntnissen der Land- und Forstwirtschaft. Auch neueste Forschungsergebnisse aus dem Projekt „Schwarzwildbewirtschaftung in der Agrarlandschaft“ unter Beteiligung des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten ignorierte der BUND.

Bis dahin kann ich das Geschriebene so unterschreibe!

Aber genau da sehe ich auch das Problem das wir Jäger und Sportschützen haben.

Wir erzählen diese Dinge den Leuten die sie schon kennen bzw. denen, von denen wir wissen dass sie über diese etwas hören wollen!

Was nutzt es wenn wir ständig, wie in einem Mantra, die Behauptungen von BUND, NABU und dergleichen widerlegen doch die einzigen Zuhörer sind wir und Politiker die sich dann doch dem „öffentlichen Druck“ beugen oder Zugeständnisse an den Koalitionspartner machen?

Gespräche mit den Politikern finden dann auch noch im stillen Kämmerlein statt und das ganze wird dann Geheimdiplomatie genannt.

„Niemand und schon gar nicht die nordrhein-westfälische Landesregierung werde sich auf unzuverlässige und polemische „Ratgeber“ in der Auseinandersetzung um das künftige Jagdrecht im Land verlassen können, betonte der Landesjagdverband NRW.“

Und genau da irrt sich der LJV NRW! Es sind genau diese „Ratgeber“ die unsere Entscheidungsträger zu Entschlüssen bringen die mit der Realität nicht zu tun haben. Man braucht sich doch nur mal die Beschlüsse der letzen Zeit anzuschauen. z.B. Bleihaltige Munition contra Tötung von Wildtieren durch Windkraftanlagen.

Fakten interessieren da nicht. Diese Entscheidungen werden auf der Basis von Emotionen der Wähler entschieden und nicht auf Grund der Faktenlage.

„Zu der Bemerkung eines Ministeriumssprechers in einer dpa-Meldung vom 21. September, das derzeitige Jagdgesetz basiere auf 50 bis 100 Jahre altem Recht, stellt der Landesjagdverband folgendes fest: Das Landesjagdgesetz ist derzeit in der Fassung vom 7. Dezember 1994 in Kraft und wurde seither zehnmal geändert, zuletzt erst im Januar 2010. Es ist somit absolut aktuell.“

„Der für die Jagd zuständige Landesminister Johannes Remmel hat auf dem Landesjägertag des LJV NRW am 25. August in Düsseldorf dem Landesjagdverband mit rund 65.000 Mitgliedern intensive Gespräche vor einer Jagdrechtsnovellierung angeboten.“

Was hat diese Aussage für einen Wert? Intensive Gespräche sind nicht mehr die Maßgabe für den Erfolg eine Gesetzt abzuwenden das nicht mit der Realität zutun hat. Nach meiner Erfahrung ist der Subtext dieser Aussage lediglich „Ihr dürft mir Euren Standpunkt darlegen doch an der Entscheidungsfindung habt Ihr keinen Anteil! Eine Novelierung wird kommen!“

LJV-Präsident Ralph Müller-Schallenberg hatte diese Haltung begrüßt und betont, dass für die Landesvereinigung der nordrhein-westfälischen Jäger nur sachliche Kriterien als Maßstab gelten können. Konkrete Gesetzesinitiativen werden von der Landesregierung nicht vor Anfang 2013 erwartet. Deshalb hält es der LJV nicht für angemessen, zum jetzigen Zeitpunkt zu Protestmaßnahmen aufzurufen.“

Und genau in diesem Punkt stimme ich Herrn Müller-Schallenberg nicht zu. Wann sollen denn diese Protestmaßnahmen stattfinden? Wenn schon Entscheidungen bezüglich des Gesetzes getroffen worden sind? Ich denke dann ist der Zug abgefahren.

Denn die Befürworter der Novellierung betreiben die Meinungsbildung in der Öffentlichkeit schon jetzt. Und das mit breiter Unterstützung der Medien. Sie erzählen den Menschen in unserem Land ihre „Wahrheiten“ und wir, wie ich oben schon schrieb, erzählen die Fakten denen die sie schon kennen. Nämlich uns selber.

In Sachen „Social Media Marketing“ und Meinungsbildung, was in unserem Fall ja ehr Aufklärung bedeutet, müssen wir Jäger und Sportschützen noch Einiges nachholen.

Zum Glück gibt es solche Veranstaltungen wie „1000 Hörner“. Selbst wenn es mit der Unterstützung einer Firma geschieht so ist doch langsam mal an der Zeit das die Jägerschaft aus ihrem Dornröschenschlaf aufwacht die Obrigkeitshörigkeit ablegt und sich zusammenstellt.

Nicht „Geheimdiplomatie“ hinter verschlossenen Türen bringt uns an Ziel sondern der gemeinsame öffentliche Protest begleitet mit der Aufklärung der Menschen in unserem Land was die Jagd und die Jäger für das Land und die Tierwelt für eine Bedeutung haben. Und als Jäger ist man auch nicht alleine. Die meisten Sportschützen und Waffensammler in diesem Land würden sich doch anschließen.

Leider kämpfen wir nicht nur gegen die „Jagdgegner“ und „Gegner des legalen Waffenbesitz“ sondern auch gegen die Betonköpfe in unseren eignen Reihen.

Ich hoffe dass mit der Aktion vom 22.09.2012 ein Anfang gemacht wurde und wir nun auf dem richtigen Weg sind.

ICH WAR DA!